Get Adobe Flash player

Beschreibung: Pilotprojekt zur Trinkwassergewinnung im Oman mit dem Vakuum-Flachkollektor TS 400.

System: 20 x TS 400

 

Download Flyer (pdf english)

 

Sauberes und unbelastetes Trinkwasser ist in vielen Gegenden der Erde zur Mangelware geworden. Vielerorts steht nur verschmutztes, salzhaltiges oder bakteriologisch kontaminiertes Wasser zur Verfügung. Daher sind ausgereifte Techniken zur Trinkwasseraufbereitung zunehmend gefragt. Ebenso werden stetig steigende Anforderungen an Verfahren zur Abwasseraufbereitung gestellt.
Das MEH-Verfahren (Multi Effect Humidification)
Das in enger Zusammenarbeit mit der Fa. T.A.S. GmbH & Co KG, München entwickelte Verfahren zur thermischen Wasserentsalzung basiert auf Be- und Entfeuchtung einer Konvektionswalze feuchter Luft (Multi Effect Humidification). Innerhalb einer thermisch isolierten Box wird Wasser von Verdunsterflächen bei Umgebungsdruck verdampft und anschließend unter teilweiser Rückgewinnung der Verdampfungsenthalpie wieder kondensiert.
Als Produkt erhält man reines Destillat. Dieses kann zur Trinkwasserherstellung mit Mineralstoffen versetzt werden bzw. mit Meerwasser verschnitten werden.
Die spezifische thermische Energie zur Erzeugung des Destillates beträgt je nach Betriebsweise zwischen 100 und 180 kWh pro Kubikmeter Destillat. Das bedeutet, daß lediglich 15 bis 25 % der zur Verdampfung von Wasser nötigen Energie aufgebracht werden müssen. Die Wärme wird bei ca. 80°C dem System zugeführt.
Die Zuverlässigkeit des Verfahrens konnte in mehreren Pilotprojekten zwischen 1994 und 1998 unter Beweis gestellt werden. In zwei Demonstrationsprojekten im Sultanat Oman wird derzeit die Funktion eines marktfähigen Systems demonstriert.

Abwasseraufbereitung
Das Destillationsverfahren läßt sich ebenfalls zur Aufbereitung von Industrieabwasser, beispielsweise aus Galvanik-Betrieben einsetzen. Zu diesem Zweck wurde die Versuchsanlage am ZAE umgebaut. Erste positive Erfahrungen mit der Aufbereitung von HCl -haltigen Prozessabwässern liegen bereits vor. Als Destillat erhält man von den Metallen in der Prozesslösung befreite Salzsäure, die dem Verfahren wieder zugeführt werden kann. Herkömmliche Vakuumeindampfanlagen sind für stark saure Abwässer wenig geeignet, da Edelstahl als Werkstoff zum Einsatz kommt. Der ausschließliche Einsatz von Kunststoffen in der Anlage ermöglicht hier einen problemlosen Betrieb.


In Zusammenarbeit mit der Sultan Qaboos Universität Muscat, Sultanat Oman, wurde die abgebildete Demonstrationsanlage zur solaren Meerwasserentsalzung errichtet. Die Anlage ist ausgelegt für 24-Stunden Betrieb, um eine möglichst wirtschaftliche Produktion zu ermöglichen.
Zur Anwendung kommen dabei Thermo|Solar Vakuumflachkollektoren TS 400 (40 m² Aperturfläche) sowie ein thermischer Wasserspeicher (ca. 110°C, 3,2 m³).
Die anhand von Simulationsrechnungen am ZAE Bayern ausgelegte Anlage hat eine prognostierte tägliche Produktion von 800 Litern Süßwasser (Destillat). Die Anlage wird ab Mai 2000 für ein Jahr ausführlich durch das ZAE vermessen. Die Betriebserfahrung wird zur Verfeinerung des Simulationsmodells verwendet, das dann für künftige Auslegungen an beliebigen Standorten zur Verfügung stehen wird.

 

 

Download Flyer (pdf english)